Strafzahlungen nutzen den Banken

Strafzahlungen erhöhen die Rendite der Banken.

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Foto: pixabay (Symbolbild)

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Bei Fehlverhalten werden Banken oft zu hohen Strafzahlungen verurteilt. Doch dass sich diese nicht unbedingt negativ auswirken, haben jetzt Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg herausgefunden.

Die Finanzexperten Hannes Köster und Professor Matthias Pelster haben fast 700 Fälle von Geldstrafen, die zwischen 2007 und 2014 gegen international agierende Banken verhängt wurden, untersucht. In der Studie zeigt sich zwar eine negative Beziehung zwischen Bestrafung und Gewinnen vor Steuern, aber kein Einfluss auf die Rentabilität nach Steuern. Die Wissenschaftler stellten sogar einen positiven Effekt fest: Die Rendite der Bankenaktien stieg nachweislich an.

Die Autoren der Studie machen zwei Gründe dafür verantwortlich: Einerseits können die Banken ihre Strafzahlungen steuerlich geltend machen und so ihren Gewinn vor Steuern entsprechend reduzieren. Andererseits steigt das Vertrauen der Anleger in die Handlungsfähigkeit der Geldhäuser.

Investoren bewundern erfolgreichen Umgang mit Fehlverhalten

„Investoren sind zufrieden, wenn laufende Verfahren abgeschlossen werden konnten und die Banken erfolgreich mit den Konsequenzen ihres Fehlverhaltens umgegangen sind“, erklärt Pelster. Insgesamt zeige sich also mit Blick auf die Bewertung der Unternehmen ein schon fast paradoxer Effekt von Bestrafungen. „Für mich ein klarer Hinweis darauf, dass die Investoren die Strafen als ein Zeichen für ein besseres Management innerhalb der Banken interpretieren“, bilanziert Pelster die Ergebnisse der Untersuchung. Der Finanzexperte sieht auch eine Wendung zu besseren Corporate Governance-Strukturen. Zu diesen zählen unter anderem ein angemessener Umgang mit Risiken und die zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen Unternehmensleitung- und überwachung – also Fehlverhalten für eine erfolgreiche Rendite.

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