Grippeviren für Schwangere gefährlicher als bisher bekannt

Schwangere sind größte Risikogruppe für tödliche Grippeverläufe.

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Foto: DigitalMarketingAgency/pixabay.com

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Die H1N1-Grippeviren – „Schweinegrippe“ oder „Neue Grippe“ – sind für Schwangere noch viel gefährlicher als bisher bekannt war. Der Schlüssel liegt in der sogenannten Immunantwort des Körpers. Die Reaktion sorgt dafür, dass fremde Organismen oder Substanzen abgestoßen werden. Das Immunsystem funktioniert.

Während der Schwangerschaft wird die Immunantwort allerdings fremden Organismen gegenüber toleranter. Der Grund: Der Fötus trägt zur Hälfte auch väterliche Antigene. Durch die gezielte Toleranz sorgt das Immunsystem dafür, dass der Fötus nicht, wie ein Transplantat, abgestoßen wird. Während bei einer Organtransplantation das Immunsystem künstlich gebremst wird, sorgt das weibliche Immunsystem während der Schwangerschaft selbständig für die Annahme des Fötus.

Immunsystem begünstigt Entstehung neuer Viren

Forscher des Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI) und des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf haben jetzt festgestellt, dass Schwangere nicht nur gefährdeter sind, sich mit dem H1N1-Virus anzustecken. Vielmehr begünstigen die entgegengesetzten immunologischen Anforderungen auch die Entstehung neuer, hoch-virulenter Stämme. Dadurch sind schwangere Frauen die größte Risiko-Gruppe für schwere, teilweise tödliche, Grippeverläufe. Über die genauen Ursachen dafür liegen bisher jedoch nur wenige Erkenntnisse vor.

„Unsere Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie wichtig es ist, dass sich gerade schwangere Frauen mit einer Impfung vor Grippeinfektionen schützen. Zudem können die Erkenntnisse aber auch die Grundlage für neue therapeutische Ansätze liefern“, erklärt Prof. Gülsah Gabriel, Leiterin der HPI-Forschungsgruppe „Virale Zoonosen und Adaptation“.

Die Ergebnisse der Studie hat das Forschungsteam diese Woche in der Fachzeitschrift „Cell Host & Microbe“ veröffentlicht.

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